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Tipp: Fahrbahn-Kontaktübergänge, Wartung
#1
Hallo Jungs,

habe vor einigen Monaten festgestellt, dass, nach 14 Jahren festem Fahrbahnlayout, die Fahrzeuge in einigen Bereichen meiner Anlage nicht mehr so beschleunigen wie an anderen Stellen der Bahn.
Habe dann mal mit dem Multimeter dort einige Messungen gemacht, im Vergleich auch in den "guten" Bereichen. Und siehe da, es gab etwas höhere Ohm-Werte. Der Zahn der Zeit ist leider immer und überall zugange. Außerdem scheint die Materialqualität der teils auch recht grob gefertigten Tomy-AFX Fahrbahn-Stromleiter ohnehin nicht die edelste zu sein... Ansonsten finde ich die Tomy Fahrbahnteile ziemlich gut.

Leider hatte ich bei Baubeginn 2011 nur 4 Strom-Einspeisestellen pro Fahrspur gemacht. Jetzt komme ich nicht mehr ran an die Schienen-Unterseiten. 
Also habe ich alle Schienenstöße komplett durchgemessen und an den schlechten Stromleiter-Übergängen zwischen den (senkrechten) Konktaktstellen mühsam mit einen kleinen Schraubendreher solange blankgekratzt, bis die Übergangs-Messwerte gut waren. 
Für die 2-spurige 25m-Bahn bedeutete das, an insgesamt 100 Metern Stromschiene, sämtliche Übergänge zu messen und wo nötig blank zu kratzen. Das waren etliche Stunden angespannte Fummelarbeit. Mein Rücken hat ziemlich gelitten dabei.
Aber jetzt funzt wieder alles... 

Kann aus diesen Erfahrungen allen, die im Aufbau oder in der Planungssphase für eine größere Anlage sind, nur raten, wenn sie eine lange Standzeit haben wollen, reichlich Einspeisungen zu machen. Das reduziert Spannnungsabfälle schon mal grundsätzlich und schwächt solche Probleme, wie ich sie hatte, zusätzlich ab.

Im Nachhinein habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie ich ggf. beim nächsten Mal besser zwischen den Kontaktstellen reinigen kann.
Es sollte sehr dünnes, starres sein und beidseitig etwas Rauhigkeit haben, sowas im Sinne von feinem Schmiergelpapier, und von oben zwischen die Kontaktbleche steckbar und bewegbar sein. 
Ein erster Versuch mit einer billigen saphirbeschichteten Nagelfeile hat gleich gut funktionert. 
Diese Nagelfeile ist nur 0,75mm dick. Ist sie dann wie auf dem Bild abgeschitten (m. Seitenschneider) und minimal spitz geschliffen, lässt sie sich leicht zwischen die Kontakte drücken und etwas hin und her bewegen. Die Kontaktstelle wird so viel schneller als mit dem kl. Schraubendreher blank. Den Abrieb muss man anschließend nur noch heraus pusten. Dabei natürlich bewußt darauf achten, dass das nicht zu "feucht" erfolgt...  Rolleyes
Je nach Qualität der Nagelfeile mag sie mehr oder weniger schnell verschleißen, dann kann man sie aber leicht um jeweils ca. 3mm kürzen und mit frischen "Saphiren" weitermachen. Das geht relativ oft, je länger die Feile ist.

Abgeschnitten, habe hier anfangs unnötig viel abgeschnitten...
   

Dazwischen schieben und durch hin und her schieben Kontaktflächen blank machen
   

Kontakt mit kl. Schraubendreher leicht auseinander drücken und auspusten
   

Wünsche allzeit die maximale Spanung auf den Schleifern
Hebi
"... beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr abfließen"   Walter Röhrl 
  -  Wer später bremst, fährt länger schnell  -

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#2
Danke für die fachkundige Auskunft. Das passt mir gerade recht, da ich letzte Woche ein Pack mit 200 Schienen AFX für einen Festaufbau erhalten habe. Ich denke mal ich werde mir erheblich mehr Gedanken zu Zusatzeinspeisungen machen als ich eigentlich vorhatte ... Smile
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#3
Danke für den tollen Tipp.
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#4
Moin Hebi, moin zusammen,

danke für den ausführlichen Bericht - sorgfältige Arbeit hilft gegen Frust Smile .

Neben der mechanischen Reinigung, kann ich mir eine chemische gut vorstellen: Kontakte leicht spreizen und Rostlöser in die Lücke sprühen. Könnte das auch helfen oder weicht es das Schienenmaterial auf?

(06-08-2025, 00:27)Hebi schrieb: Kann aus diesen Erfahrungen allen, die im Aufbau oder in der Planungssphase für eine größere Anlage sind, nur raten, wenn sie eine lange Standzeit haben wollen, reichlich Einspeisungen zu machen. Das reduziert Spannnungsabfälle schon mal grundsätzlich und schwächt solche Probleme, wie ich sie hatte, zusätzlich ab.
Da habe ich noch einen zusätzlichen Tipp.

Bei den Einspeisungen habe ich Löcher mit einem Lochsägeblatt vorgesehen:
[Bild: Schienenverdrahtung.JPG]
Für den Fall, das meine Lötstellen nicht halten, kommt man da noch dran.

Bei meiner Heimanlage habe ich jetzt nicht mehr bei jeder Schiene Einspeisungen vorgenommen, sondern überbrücke die Schienenverbinder mit kurzen Drähtchen. Nach dem Motto: Lieber einmal schuften als dauernd fluchen Big Grin .
ciao michaelo
... und wer zuletzt aufgibt gewinnt.
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#5
Das ist aber auch ein gröberer Akt jeden Schienenstoß zu verbinden. Da ist man ja mit Löten mehr beschäftigt als mit dem Drumherum Big Grin
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#6
....und wer nicht so der Lötkünstler ist und sich evtl. Schienen versauen will kann alternativ zwischen die Schienenkontakte einfach Silberleitlack auftragen.Ich hab damit mal eine Tyco Bahn elektrisch verbessert.Da der Leitlack ja nur seitlich an den Kontaktstellen aufgetragen wird , unterliegt er ja auch keinerlei mechanischer Belastung! Vor dem Auftragen,wie von Hebi beschrieben, die Kontaktstellen mit einem kleinen Schraudendreher o.ä. "aufhebeln" und eine geringe Menge des Leitlacks dazwischen geben.Lässt sich auch bei einem evtl. Bahnabbau oder Streckenänderung leicht wieder trennen.Lohnt sich natürlich nur für einen Festaufbau,geht aber viel schneller als Löten und kann eigentlich von jedem durchgeführt werden!
https://www.ebay.de/itm/386729864114?_sk...BM9syvu5Bm

VG
Michael
Ich bin heute irgendwie neben der Spur.Ist schön hier! Tongue 
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#7
Ich möchte - auch aus eigener Erfahrung - ebenfalls noch eine Lanze für WIRKLICH GENÜGEND Einspeisungen brechen. Grundsatz: wenn Du Dir überlegst, eine Einspeisung zu machen, dann mache sie, noch besser zwei.

Vor Jahren habe ich zusammen mit einem Freund seine sicher gut 40 m lange Bahn mit nur zwei Einspeisungen aufgebaut. Die Bahn ist gefühlt wirklich einwandfrei gelaufen, soweit alles bestens. Wir hatten dann aber noch Kabel und Verteilboxen über und uns in der Folge gesagt "Sei's drum, wenn wir das Material schon haben und dran sind, verbauen wir es halt, schaden kann es ja nicht." - Hätte ich das selber nicht erlebt, ich hätte wirklich nicht geglaubt, was das ausmacht. Der Unterschied war auch ohne messen ganz klar spürbar. Fast wie Tag und Nacht.

Im Modellbahnbereich geht es ja teils soweit, dass jedes, aber auch wirklich jedes Schienenstück mit einer eigenen Einspeisung versehen wird. Mir persönlich scheint das zwar ein bisschen übertrieben, aber von Ungefähr kommt das sicher nicht.

Stephan
[Bild: chsm.gif]
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#8
(07-08-2025, 10:55)historic-route-66 schrieb: .... alternativ zwischen die Schienenkontakte einfach Silberleitlack auftragen.Ich hab damit mal eine Tyco Bahn elektrisch verbessert.Da der Leitlack ja nur seitlich an den Kontaktstellen aufgetragen wird , unterliegt er ja auch keinerlei mechanischer Belastung!
https://www.ebay.de/itm/386729864114...
VG
Michael
Hallo Michael, 
das hört sich ja hochinteressant an! Einfacher und besser kann ja kaum noch gehen...
Werde mir den Silberleitlack auf jeden Fall bestellen und ausprobieren...
Vielen Dank für den Tipp

(07-08-2025, 11:27)szeidler schrieb: Ich möchte - auch aus eigener Erfahrung - ebenfalls noch eine Lanze für WIRKLICH GENÜGEND Einspeisungen brechen.
... seine sicher gut 40 m lange Bahn mit nur zwei Einspeisungen aufgebaut. ... noch Kabel und Verteilboxen über ... verbauen wir es halt,
 Hätte ich das selber nicht erlebt, ich hätte wirklich nicht geglaubt, was das ausmacht. Der Unterschied war auch ohne messen ganz klar spürbar. Fast wie Tag und Nacht.
Stephan
[Bild: chsm.gif]
Hallo Stephan,
Krass, super Beispiel!

BG
Hebi
"... beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr abfließen"   Walter Röhrl 
  -  Wer später bremst, fährt länger schnell  -

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#9
(07-08-2025, 22:08)Hebi schrieb:
(07-08-2025, 10:55)historic-route-66 schrieb: .... alternativ zwischen die Schienenkontakte einfach Silberleitlack auftragen.Ich hab damit mal eine Tyco Bahn elektrisch verbessert.Da der Leitlack ja nur seitlich ...
VG
Michael
Hallo Michael, 
das hört sich ja hochinteressant an! Einfacher und besser kann ja kaum noch gehen...
Werde mir den Silberleitlack auf jeden Fall bestellen und ausprobieren...
Vielen Dank für den Tipp
BG
Hebi


Hallo Michael, hallo Leute, 

Schienentuning! Cool
Der Tipp von Michael mit dem Silberleitlack funzt! Habe heute Abend mal ein Teststück damit zusätzlich "verkabelt".
Test über 1,5m Tomy-Schiene hinweg inkl. 5 Schienenstöße. Messpunkte am ersten und am sechsten Fahrbahnteil. Vorher über alles gesamt 1 Ohm, nach dem versilbern der Kontaktstellen nur noch 0,2 Ohm!
Also besonders für Festaufbauten geeignet, wenn man nach Jahren feststellen muss, dass die Rundenzeiten ansteigen, weil sich die Übergangswiderstände erhöht haben.

BG
Hebi
"... beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr abfließen"   Walter Röhrl 
  -  Wer später bremst, fährt länger schnell  -

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