(09-04-2022, 19:27)mos schrieb: Was ich aber nicht verstanden habe, ist die Art und Weise, wie du die Hülse in das Bohrfutter einspannst, ohne dass sie verformt wird. Die ist doch hohl und damit druckempfindlich. Wie machst du das?
Hallo Michaelo, Hallo Ulrich,
die kleinen Kupferhülsen sind trotz ihrer Dünnwandigkeit erstaunlich stabil. In meiner Dose sind 5 verschieden Größen, Außendurchmesser von 1,5 - 2,5mm.
Die Wanddicken sind alle ähnlich, ca. 0,2mm Wandstärke. Die kleineren Hülsen sind daher (konstruktiv) logischerweise am stabilsten.
Natürlich knalle ich das Mini-Bohrfutter nicht so an, wie ich einen Spiralbohrer spanne. Es ist mir noch nie passiert, dass eine Hülse verbeult wurde. Die scharfe Messerklinge baut sowieso wenig Reibkräfte auf, man kann etwas leichter Spannen als für andere Arbeiten mit dem Minitool.
Wenn ihr, bei euren Bärenkräften
unsicher seid, halt einfach etwas vorsichtiger beginnen. Das kleine Proxxon-Mini-Bohrfutter für die Proxxon-Minitools kann ich, im Austausch gegen die kleinen Spannzangen, für feine Arbeiten nur empfehlen. Das ist Spitze im Rundlauf und lässt sich beim Spannen sehr fein dosieren - bei einem Kostenpunkt von nur ca. 5€ (Spannbereich max. 3,2mm).
Ganz prinzipiell sind können Rohre ohnehin rein konstruktiv von außen nach innen große Kräfte aufnehmen.
Die 3 Backen(linien) des Bohrfutters üben zudem den Druck auf die Hülse im gleichmäßigen 120°-Abstand aus, sodass ihnen wie im Fall eines einzelnen größeren Abstandes, keine Soll-Ausweichmöglichkeit gegeben wäre.
Bezüglich der Druckfestigkeit von außen, bzw, oben: Ich denke da als Veranschaulichung an die vielen uralten begehbaren(!) Steinbogenbrücken im Süden Europas.
Link/Beispielfoto Steinbogenbrücke
Hohe Drucklast ist dadurch möglich, dass bei Druck von oben, sich die fest aneinander sitzende leicht konische Steine der (stark nach oben geformte) Bogenreihe dann noch fester ineinander verkeilen und so sogar einen Teil der Drucklast zur Seite abgeben. Das gleiche passiert in Prinzip auch in den Rohr-Seitenwänden.
Umgekehrt dagegen, können Rohre von innen nach außen nicht so hoch belastet werden.
Um bei dem Beispiel zu bleiben, die Brücken wären durch Druck von unten so relativ leicht zu zerstören.
Von Vorteil für unsere Hülse - bezüglich Verformsicherheit- ist es natürlich auf jeden Fall, die Hülse so tief wie möglich ins Futter zu schieben.
Falls man nur schmale Ringe haben will, schneidet man zuerst den Trichter ab und kann sich dann entsprechend der benötigten Breite der Ringe vorne mit dem Tiefenmaß einstellen und abtrennen.
VG
Hebi
"... beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr abfließen" Walter Röhrl
- Wer später bremst, fährt länger schnell -
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