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Vorurteile gegenüber einem elektronischen Regler
#38
Moins,



als Tischtennisvereinsspieler habe ich auf der Vorhand einen roten Butterfly Sriver G2 2,1 mm und auf der Rückhand einen schwarzen Hallmark Super Spezial (lange Noppen). Das ganze montiert auf ein Holz Namens andro Super-Core CL ALL+ (Carbon-verstärkt).



Widerstände habe ich bislang in diesem Sport nur in Form eines Gegners erlebt, und ausschlaggebend ist das Spiel. Der beste Schläger hilft nichts, wenn der Gegner nicht damit umgehen kann. Meine Rückhand ist schwach, also spiele ich ein übles Defensivspiel mit langen Noppen. Es gab vor Jahren schon Diskussionen, ob der lange Noppen oder ein sogenannter Anti (Anti-Spin, ein Glattbelag) verboten werden sollte. Wurde es nicht, also spiele ich regelkonform mit solchen Belägen. Der Verbesserung in den Belägen wurde entgegengewirkt, in dem der Ball um 2mm im Durchmesser vergrössert wurde. Bis in das Jahr 2000 spielte man mit 38mm Durchmesser, heutige eingesetzte Bälle haben 40mm Durchmesser. Grund war, daß der Zuschauer schönere und längere Ballwechsel sieht, in dem das Tempo mit einem grösseren Ball verringert wird. Nachzulesen für die Interessierten hier: [url="http://de.wikipedia.org/wiki/Tischtennisball"][url="http://de.wikipedia.org/wiki/Tischtennisball"][url="http://de.wikipedia.org/wiki/Tischtennisball"]http://de.wikipedia.org/wiki/Tischtennisball[/url][/url][/url]



Tischtennis spiele ich seit meinem 9. Lebensjahr, also nun seit über 20 Jahren. Das ist ein Mannschaftssport, und man möchte seine Punkte nach Hause holen. Meint Ihr etwa, ich gehe zum Training mit meinem eigenen Schläger (Mein persönliches Setup) und anschliessend beim Wertungsspiel bekomme ich eine Standardkrücke in die Hand gedrückt nach dem Motto: "Das ist Regel, also spielst Du damit".

Schon beim Griff eines Schlägers, alleine die sogenannte Haptik, wie er sich in der Hand anfühlt, scheiden sich die Gemüter. Klar, kann ich damit spielen, aber meine persönliche Leistung erziele ich damit nicht mehr.



Bevor ich es vergesse: Mein Billardqueue hat 36 Euro gekostet, der andere Freund hat einen für 160 Euro. Es hängt auch hier von der Tagesform und vom Ballgefühl ab, ob der eine oder der andere gewinnt. Gestern waren wir wieder spielen, im "Billard-Doppel" haben wir fünf von fünf Spiele gewonnen. Und das ist "Just for Fun", absolute Abendbelustigung.



Ob jetzt der Queue 36 Euro oder 160 Euro kostet, der Tischtennisschläger 20 Euro oder 140 Euro, ist völlig nebensächlich. Jeder hat sein persönliches Setup, spielt aber nach den Regeln.

Beim Billard sind es die Regeln der Deutschen Billard Union, Tischtennis ist es der Deutsche Tischtennis Bund. Dort gibt es Ausschüsse, die sich um solche Themen kümmern.



Das gilt auch in diesem Fall. Dieser Beitrag in einem öffentlichen Forum zeigt mir ganz deutlich, daß zu schnell Fronten verhärten. Der eine sagt: Will ich nicht, der andere besteht aber drauf. Es endet hinterher in einer Mißstimmung, und man zeigt mit den Fingern auf den anderen: DU BIST SCHULD!



Jetzt überlegt doch einmal weiter

Mit Regeln kann man vieles erreichen. Entweder man reguliert auf die letzte Schraube, oder man regelt einen bestimmten Freiraum.



Regeln leben von Veränderungen, in jedem Sport. Regeländerungen gab es im Fußball, Tischtennis, Billard, Snooker etc.. Ich kenne aus dem Stegreif keine Sportart, wo die Regeln nicht mal geändert wurden. Selbst bei "Der Plumpssack geht rum" einigen sich die Kinder vorher, ob rechts herum oder links herum gelaufen wird. Mal ist der Plumpssack eine Wintermütze, im Sommer nimmt man einen Stein, der irgendwo rumliegt.



Ist das Thema denn bei uns so schwierig? Können wir nicht auf die Erfahrungswerte bei der Regelerstellung anderer Sportarten zurückgreifen? Können wir eventuell nicht vorsichtig auf die erfolgreichen Klassen der 1:32er und 1:24er blicken? Wollen oder können einige von uns Regeln nicht akzeptieren?



Mit einem weissen T-Shirt darf ich kein Tischtennis spielen. Das ist eine sinnvolle Regelung. Mit einem weißen T-Shirt kann ich aber einen Regler beim Slotracing bedienen. Also mach diese Regel bei uns keinen Sinn.



Der Veranstalter muß mit Regeln sicherstellen, daß eine Gleichberechtigung aller Teilnehmer gewährleistet ist. An meinen Beispielen erkennt man aber schnell, daß das kleinste Detail nicht berücksichtigt werden kann.





Denkt bitte einmal darüber nach.





Viele Grüsse

Daniel
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