08-01-2013, 14:00
Tach Hubert,
mir gefällt Dein Projekt. Bin den Weg mit dem U-Profil schon in größeren Maßstäben gegangen. Es mag zunächst nach einem Allgemeinplätzchen klingen, aber der Erfolg hängt natürlich wesentlich ab von der Präzision mit der Du arbeitest und von jener Deiner Maschinen.
Meine Empfehlung wäre daher, statt U-Profil, die senkrechten Seiten aus zwei Platten zu schneiden, jene exakt aufeinander zu fixieren und dann die Lagerlöcher in einem Rutsch zu bohren. Anschließend werden die Seitenteile dann rechtwicklig mit der Bodenplatte verklebt. Klingt komplizierter. Ist es auch. Bringt aber m. E. in der Praxis die bessere Geometrie - zumal viele Kunststoff-Profile nicht wirklich winklig sind. Oder sich beim Bohren verformen. Und in Metall muß man das Richtige erst mal finden.
Eine Motorbefestigung mit Heisskleber halte ich nur für den Prototypen sinnvoll. Und - ehrlich gesagt - auch dort nicht wirklich. Ich kenne leider nicht die Typenbezeichnung des von Dir erkorenen Motraxx. Wenn er Schraublöcher hat und die Motorwelle lang genug ausfällt, würde ich ihn mit Schrauben befestigen.
Das heisst: da muß dann noch eine Querstrebe rein zwischen Motor und Getriebe. Die sauber zu bauen und zu bohren dauert, lohnt aber den Aufwand. Weil man beim Neubau gerne mal wieder den Motor herausnimmt, um dies oder jenes zu probieren. Besonders mit dem Getriebe. Und bei den Schrauben zur Motorbefestigung darf es dann gerne die etwas massivere Ausführung sein (Innensechskant-Zylinderkopf). Das (Mehr-) Gewicht ist an dieser Stelle ohnehin genau richtig und im Strassenverkehr eh wünschenswert. Vorsicht: die Gewinde dürfen im Gehäuse-Innern nicht die Ankerwicklungen rasieren! (Nee: Lach' nich...!) :wacko:
Wohl nicht Deine Baustelle: Aber zumindest für Wettbewerbsfahrzeuge sollten das Zahnrad (dann eher Kronrad) auf der Hintrachse und die Motorunterseite (soweit möglich) die tiefsten Punkte des Fahrzeuges sein (Räder + Schleifer + Leikiel mal ausgenommen). Also müßte die Bodenplatte nicht nur für das Zahnrad auf der Hinterachse aufgefräst werden, sondern auch für den Motor (zumindest teilweise, wenn er geneigt eingebaut wird). Aber das mag, je nach Durchmesser der Getreibekomponenten, ohnehin unvermeidbar sein.
Zum Material noch eine Anmerkung:
Im Baumarkt gibt es für sehr kleines Geld Kabelschächte. Deren Proportionen sind selten das, was man braucht. Und besonders winklig oder stabil sind sie auch nicht. Aaaaber: wenn man eine angenehme Materialstärke findet, ist das recht brauchbares Ausgangsmaterial, weil thermisch höher belastbar als Polistyrol - das eigentlich auch zu weich ist für seriöse mechanische Anforderungen. Obwohl man natürlich mit Polistyrol schnell mal einen Prototypen auf die Räder stellen kann, um das Konzept zu prüfen. Kleber für Kabelschacht-Material: Sekundenkleber.
Alternative: das sehr präzise Acryl-Glas, auch bekannt als "Plexi". Kleber: Sekundenkleber oder Acrylit (kaltschweissend).
Achtung: Acryl nicht mit Alkohol (Glasrein, Isopropanol, etc.) behandeln. Das führt zu Rissen.
-----
Sorry, ist etwas länger geworden.
Aber Scratchbuilding finde ich nun mal grundsätzlich klasse.
Daher: Volldampf voraus!
Egal, wie Du es machst - der Versuch ist NICHT strafbar.
Ganz im Gegenteil...
- HansHH
mir gefällt Dein Projekt. Bin den Weg mit dem U-Profil schon in größeren Maßstäben gegangen. Es mag zunächst nach einem Allgemeinplätzchen klingen, aber der Erfolg hängt natürlich wesentlich ab von der Präzision mit der Du arbeitest und von jener Deiner Maschinen.
Meine Empfehlung wäre daher, statt U-Profil, die senkrechten Seiten aus zwei Platten zu schneiden, jene exakt aufeinander zu fixieren und dann die Lagerlöcher in einem Rutsch zu bohren. Anschließend werden die Seitenteile dann rechtwicklig mit der Bodenplatte verklebt. Klingt komplizierter. Ist es auch. Bringt aber m. E. in der Praxis die bessere Geometrie - zumal viele Kunststoff-Profile nicht wirklich winklig sind. Oder sich beim Bohren verformen. Und in Metall muß man das Richtige erst mal finden.
Eine Motorbefestigung mit Heisskleber halte ich nur für den Prototypen sinnvoll. Und - ehrlich gesagt - auch dort nicht wirklich. Ich kenne leider nicht die Typenbezeichnung des von Dir erkorenen Motraxx. Wenn er Schraublöcher hat und die Motorwelle lang genug ausfällt, würde ich ihn mit Schrauben befestigen.
Das heisst: da muß dann noch eine Querstrebe rein zwischen Motor und Getriebe. Die sauber zu bauen und zu bohren dauert, lohnt aber den Aufwand. Weil man beim Neubau gerne mal wieder den Motor herausnimmt, um dies oder jenes zu probieren. Besonders mit dem Getriebe. Und bei den Schrauben zur Motorbefestigung darf es dann gerne die etwas massivere Ausführung sein (Innensechskant-Zylinderkopf). Das (Mehr-) Gewicht ist an dieser Stelle ohnehin genau richtig und im Strassenverkehr eh wünschenswert. Vorsicht: die Gewinde dürfen im Gehäuse-Innern nicht die Ankerwicklungen rasieren! (Nee: Lach' nich...!) :wacko:
Wohl nicht Deine Baustelle: Aber zumindest für Wettbewerbsfahrzeuge sollten das Zahnrad (dann eher Kronrad) auf der Hintrachse und die Motorunterseite (soweit möglich) die tiefsten Punkte des Fahrzeuges sein (Räder + Schleifer + Leikiel mal ausgenommen). Also müßte die Bodenplatte nicht nur für das Zahnrad auf der Hinterachse aufgefräst werden, sondern auch für den Motor (zumindest teilweise, wenn er geneigt eingebaut wird). Aber das mag, je nach Durchmesser der Getreibekomponenten, ohnehin unvermeidbar sein.
Zum Material noch eine Anmerkung:
Im Baumarkt gibt es für sehr kleines Geld Kabelschächte. Deren Proportionen sind selten das, was man braucht. Und besonders winklig oder stabil sind sie auch nicht. Aaaaber: wenn man eine angenehme Materialstärke findet, ist das recht brauchbares Ausgangsmaterial, weil thermisch höher belastbar als Polistyrol - das eigentlich auch zu weich ist für seriöse mechanische Anforderungen. Obwohl man natürlich mit Polistyrol schnell mal einen Prototypen auf die Räder stellen kann, um das Konzept zu prüfen. Kleber für Kabelschacht-Material: Sekundenkleber.
Alternative: das sehr präzise Acryl-Glas, auch bekannt als "Plexi". Kleber: Sekundenkleber oder Acrylit (kaltschweissend).
Achtung: Acryl nicht mit Alkohol (Glasrein, Isopropanol, etc.) behandeln. Das führt zu Rissen.
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Sorry, ist etwas länger geworden.
Aber Scratchbuilding finde ich nun mal grundsätzlich klasse.
Daher: Volldampf voraus!
Egal, wie Du es machst - der Versuch ist NICHT strafbar.
Ganz im Gegenteil...
- HansHH

