Hallo Jungs,
Da dieses Thema für uns sehr wichtig ist, weil hier sehr viel Schund am Markt ist, habe ich das einmal sagen wir mal semiprofessionell angegangen.
So nachdem ich schon ein paar mal von Leuten, die mich näher kennen und wissen, dass ich unter anderem auch gute Beziehungen zur Kautschukindustrie habe, angesprochen wurde da mal was zu machen, habe ich es bewerkstelligen können. <img src='http://www.h0slot.de/public/style_emoticons/<#EMO_DIR#>/huh.png' class='bbc_emoticon' alt='
' />
Grundätzlich kommt für uns Bastler aber keine richtige Kautschukmischung in Betracht, da man dazu Know How haben und apparatemäßig so ausstaffiert sein muß, dass es keinen Spaß mehr macht. Dazu bräuchte man Kneter und Formen die man kühlen und heizen kann. Der Umgang mit Schwefel, Zinkoxyd, Rohkautschuk mag auch dem einen oder anderen eher hexenküchenartig vorkommen. Geamtlaborinvestitionen ohne Reifenformen dürften so zwichen 10 und 20.000 € zu liegen kommen. <img src='http://www.h0slot.de/public/style_emoticons/<#EMO_DIR#>/sad.png' class='bbc_emoticon' alt='
' />
In Kürze, wollte sagen das kommt nicht in Frage.
Habe da mit vielen diskutiert und gesprochen, weil mir eine richtige Gummimischung mit einer Shore Härte
( [url="http://de.wikipedia.org/wiki/Shore_H%C3%A4rte#H.C3.A4rtepr.C3.BCfung_nach_Shore)"][url="http://de.wikipedia.org/wiki/Shore_H%C3%A4...ung_nach_Shore)"]<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Shore_H%C3%A4...ung_nach_Shore)" target="_blank">http://de.wikipedia.org/wiki/Shore_H%C3%A4...ung_nach_Shore)[/url][/url]</a> von 15 vorschwebte.
So bleibt im Prinzip nur die altbewährte Methode hier Silikonkautschuk zu nehmen.
Hier hatte ich die Möglichkeit ein ausführlicheres Gespräch mit einem Anwendungstechniker für Silikone eines der großen Silikonproduzenten der Welt zu führen.
Quintessenz dieses Gesprächs war die Erkenntnis, dass ich auf die bewährten Anbieter von Abformsilikonen setzen sollte. Der Grund ist ein sehr simpler. In Industrieanwendungen haben wir es mit kiloschweren Teilen zu tun und die Silikon/Vernetzeransätze sind im Liter/m³ oder größeren Bereich, da kann man die Zugabe von 1 - 3% Vernetzer gut mittels entsprechender Dosiereinrichtungen handeln. Bei einem händischen 10g Ansatz für x Reifen geht das selbst mit der besten Waage nicht.
Interessant war auch zu erfahren, dass die Silikontypen von den verschiedenen Herstellern sich nur wenig in der Härte und anderen Faktoren unterscheiden. Darüberhinaus sind verschiedene Vernetzungssysteme auf dem Markt. Hier näher daruf einzugehen würde den Rahmen sprengen.
Auch wieder nicht das was Fritz sich so vorgestellt hatte.
Aber man gibt ja so schnell nicht auf.
Habe mich dann mal auf die Suche gemacht nach Abformsilikonen, wobei mir diverse Resinierer sehr brauchbare Tipps gaben. Danke an dieser Stelle.
Ein Großteil der angebotenen Massen fiel aber wieder aus dem Raster, weil diese lediglich in Tübchen oder Fläschchen abgefüllt den Härter mitanbieten, den man dann mit +/-3% Volumenmenge einmischen soll und man dann wieder vor obigem Problem der Einwaagemöglichkeit steht.
Habe mich dann entschlossen 2 Silikone eines mit 32 Shore und eines mit 17 Shore Härte für meine Versuche zu besorgen. Bei diesen sind Harz und Vernetzer im Folgenden als Härter bezeichnet 1 : 1 abzumischen.
Darüberhinaus holte ich mir aus dem eigenen Haus ein Muster Durex 0. Das ist ein weniger reaktiver Gummiruß der Degussa. Der ist aus Handlingsgründen geperlt, Gott sei Dank, ist schon Schweinskram genug damit rumzutun.
Es stellte sich aber heraus dass diese Komponente, ich hatte es schon geahnt sich auf die Dehnfähigkeit und andere Silikoneigenschaften sehr positiv auswirkte. Nicht zu vergleichen mit den Einfärbepulvern auch wenn die auch auf Rußbasis sein dürften. Aber Ruß ist eben nicht Ruß, habe ich schon aus 30 verschiedenen Sorten speziell den dafür rausgesucht.
Habe dann verschiedene Mischungen gemacht, wobei sich 3 herauskristallisierten, die nicht schlecht erschienen.
Natürlich habe ich alles wegen Reproduzierbarkeit wenn auch nur händisch dokumentiert.
Nach 2 Nachmittagen sah das Ergebnis dann so aus:
[attachment=1963:Rohlinge.jpg]
So nun mussten die Mischungen zu Reifen gemacht werden. Claus stellte sich hier freundlicherweise zur Verfügung. Ich verwandelte seine Werkstatt in ein kleines Labor und er goß dann die Reifen in seinen Formen.
Hier das benötigte Equipment:
1 Mörser, 1 kleine Taschenwaage 0,1g Genauigkeit, die Zutaten Harz/Vernetzer, der Gummiruß.
[attachment=1964:Equipment.jpg]
Nachdem sich Claus und ich die oben gezeigten Gieslinge, die ich schon mitbrachte angesehen hatten, entschlossen wir uns 3 verschiedene dieser Mischungen auszuprobieren.
Alle Angaben sind in g.
Mischung 1:
Harz/H Shore 17 je 5g, 0,1g Durex0
Mischung 2:
je 2gHarz/2gHärter Shore 17, je 2g Harz/2gHärter Shore 32, 0,1g Durex 0
Mischung 3
je 5gHarz/Härter Shore 32, 0,5g Durex 0
Die Mischungen wurden wie folgt gemacht:
Zuerst der Ruß in den Mörser:
[attachment=1965:Ru_.jpg]
Die Perlen zuerst im Mörser aufreiben, dann Harz und Härter auf der Waage, um die Menge kontrollieren zu können zugeben.
Dann das ganze gut durchmischen kann gleich im Mörser passieren:
[attachment=1966:fertig_z._Anr_hren.jpg]
Jetzt muss die Mischung möglichst schnell in die Form gebracht werden. Das Zeug beginnt ja schon zu vernetzen. Deshalb macht es keinen Sinn mit größeren Mengen zu arbeiten. Selbst wir beide ich als Mischer und Claus als Reifenproduzent konnten die angerührten Mengen gar nicht so schnell in die Formen bringen um die ganze Mischung komplett wegzuverarbeiten. Etwas Verlangsamung erzielt man durch kaltes Harz/Härter. Halt vorher 2h in den Kühlschrank. Weitere Möglichkeit ist, zuerst den Ruß mit dem Harz verrühren und dann erst den Vernetzer zugeben.
[attachment=1967:in_der_form.jpg]
Das war es, wobei ich zugeben muß, dass auch das einbrigen in die Form nicht immer so einfach ist. Man muss das Gebräu langsam in die Rundung einlaufen lassen sonst hatt man hinterher u.U. einen Platten.
Das Ergebnis: [attachment=1968:Reifen.jpg]
Wir sind die verschiedenen Reifen auch gefahren und waren beide davon überzeugt, dass diese nicht schlecht sind, ein postiver Nebeneffekt ist die Stabilität der Reifen. Uns sind keine gerissen oder abgegangen.
Nun noch ein paar Anmerkungen zu den einzelnen Mischungen:
Nr. 1 ist von uns als sehr gut für T-Jets bzw. Nonmagneter erachtet worden.
Nr. 2 ist so der goldene Mittelweg, eher für denjenigen, dem Nr. 3 zu hart ist
Nr. 3 ist ziemlich hart und zäh durch den hohen Rußanteil
Wer sich selbst daran wagen will es ist nicht schwer und von dem Ruß habe ich 1kg da, der dürfte auch posthum noch für die Bedürfnisse des Forums ausreichen. Aber man muss diesen exakt aufreiben sonst hat man hinterher Klumpen in den Reifen.
Das eingesetzte Harz ist eines das unsere Resinatoren schon lange hernehmen, ich würde es hier gerne kundtun, habe mir aber das o.k. des Lieferanten nicht geholt und deshalb laß ich das lieber. Wer es wissen will PN.
So dann mischt mal schön, keine Angst exlplodieren tut da nichts, Claus und ich haben dabei auch gequalmt und die Bude steht noch.
Viele Grüße
Fritz![[Bild: hi.gif]](http://forum.h0slot.de/forum/public/style_emoticons/<#EMO_DIR#>/hi.gif)
@ Hans (Rennkugel) mir ist heute mein Mörser runtergefallen und dabei kaputt gegangen, heul der war 40 Jahre als. Kannst du mir sagen wo ich so einen kleinen Druchm. <10cm wieder bekommen kann. Hat sich erledigt, habe schon wieder einen.
Da dieses Thema für uns sehr wichtig ist, weil hier sehr viel Schund am Markt ist, habe ich das einmal sagen wir mal semiprofessionell angegangen.
So nachdem ich schon ein paar mal von Leuten, die mich näher kennen und wissen, dass ich unter anderem auch gute Beziehungen zur Kautschukindustrie habe, angesprochen wurde da mal was zu machen, habe ich es bewerkstelligen können. <img src='http://www.h0slot.de/public/style_emoticons/<#EMO_DIR#>/huh.png' class='bbc_emoticon' alt='
' /> Grundätzlich kommt für uns Bastler aber keine richtige Kautschukmischung in Betracht, da man dazu Know How haben und apparatemäßig so ausstaffiert sein muß, dass es keinen Spaß mehr macht. Dazu bräuchte man Kneter und Formen die man kühlen und heizen kann. Der Umgang mit Schwefel, Zinkoxyd, Rohkautschuk mag auch dem einen oder anderen eher hexenküchenartig vorkommen. Geamtlaborinvestitionen ohne Reifenformen dürften so zwichen 10 und 20.000 € zu liegen kommen. <img src='http://www.h0slot.de/public/style_emoticons/<#EMO_DIR#>/sad.png' class='bbc_emoticon' alt='
' /> In Kürze, wollte sagen das kommt nicht in Frage.
Habe da mit vielen diskutiert und gesprochen, weil mir eine richtige Gummimischung mit einer Shore Härte
( [url="http://de.wikipedia.org/wiki/Shore_H%C3%A4rte#H.C3.A4rtepr.C3.BCfung_nach_Shore)"][url="http://de.wikipedia.org/wiki/Shore_H%C3%A4...ung_nach_Shore)"]<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Shore_H%C3%A4...ung_nach_Shore)" target="_blank">http://de.wikipedia.org/wiki/Shore_H%C3%A4...ung_nach_Shore)[/url][/url]</a> von 15 vorschwebte.
So bleibt im Prinzip nur die altbewährte Methode hier Silikonkautschuk zu nehmen.
Hier hatte ich die Möglichkeit ein ausführlicheres Gespräch mit einem Anwendungstechniker für Silikone eines der großen Silikonproduzenten der Welt zu führen.
Quintessenz dieses Gesprächs war die Erkenntnis, dass ich auf die bewährten Anbieter von Abformsilikonen setzen sollte. Der Grund ist ein sehr simpler. In Industrieanwendungen haben wir es mit kiloschweren Teilen zu tun und die Silikon/Vernetzeransätze sind im Liter/m³ oder größeren Bereich, da kann man die Zugabe von 1 - 3% Vernetzer gut mittels entsprechender Dosiereinrichtungen handeln. Bei einem händischen 10g Ansatz für x Reifen geht das selbst mit der besten Waage nicht.
Interessant war auch zu erfahren, dass die Silikontypen von den verschiedenen Herstellern sich nur wenig in der Härte und anderen Faktoren unterscheiden. Darüberhinaus sind verschiedene Vernetzungssysteme auf dem Markt. Hier näher daruf einzugehen würde den Rahmen sprengen.
Auch wieder nicht das was Fritz sich so vorgestellt hatte.
Aber man gibt ja so schnell nicht auf.
Habe mich dann mal auf die Suche gemacht nach Abformsilikonen, wobei mir diverse Resinierer sehr brauchbare Tipps gaben. Danke an dieser Stelle.
Ein Großteil der angebotenen Massen fiel aber wieder aus dem Raster, weil diese lediglich in Tübchen oder Fläschchen abgefüllt den Härter mitanbieten, den man dann mit +/-3% Volumenmenge einmischen soll und man dann wieder vor obigem Problem der Einwaagemöglichkeit steht.
Habe mich dann entschlossen 2 Silikone eines mit 32 Shore und eines mit 17 Shore Härte für meine Versuche zu besorgen. Bei diesen sind Harz und Vernetzer im Folgenden als Härter bezeichnet 1 : 1 abzumischen.
Darüberhinaus holte ich mir aus dem eigenen Haus ein Muster Durex 0. Das ist ein weniger reaktiver Gummiruß der Degussa. Der ist aus Handlingsgründen geperlt, Gott sei Dank, ist schon Schweinskram genug damit rumzutun.
Es stellte sich aber heraus dass diese Komponente, ich hatte es schon geahnt sich auf die Dehnfähigkeit und andere Silikoneigenschaften sehr positiv auswirkte. Nicht zu vergleichen mit den Einfärbepulvern auch wenn die auch auf Rußbasis sein dürften. Aber Ruß ist eben nicht Ruß, habe ich schon aus 30 verschiedenen Sorten speziell den dafür rausgesucht.
Habe dann verschiedene Mischungen gemacht, wobei sich 3 herauskristallisierten, die nicht schlecht erschienen.
Natürlich habe ich alles wegen Reproduzierbarkeit wenn auch nur händisch dokumentiert.
Nach 2 Nachmittagen sah das Ergebnis dann so aus:
[attachment=1963:Rohlinge.jpg]
So nun mussten die Mischungen zu Reifen gemacht werden. Claus stellte sich hier freundlicherweise zur Verfügung. Ich verwandelte seine Werkstatt in ein kleines Labor und er goß dann die Reifen in seinen Formen.
Hier das benötigte Equipment:
1 Mörser, 1 kleine Taschenwaage 0,1g Genauigkeit, die Zutaten Harz/Vernetzer, der Gummiruß.
[attachment=1964:Equipment.jpg]
Nachdem sich Claus und ich die oben gezeigten Gieslinge, die ich schon mitbrachte angesehen hatten, entschlossen wir uns 3 verschiedene dieser Mischungen auszuprobieren.
Alle Angaben sind in g.
Mischung 1:
Harz/H Shore 17 je 5g, 0,1g Durex0
Mischung 2:
je 2gHarz/2gHärter Shore 17, je 2g Harz/2gHärter Shore 32, 0,1g Durex 0
Mischung 3
je 5gHarz/Härter Shore 32, 0,5g Durex 0
Die Mischungen wurden wie folgt gemacht:
Zuerst der Ruß in den Mörser:
[attachment=1965:Ru_.jpg]
Die Perlen zuerst im Mörser aufreiben, dann Harz und Härter auf der Waage, um die Menge kontrollieren zu können zugeben.
Dann das ganze gut durchmischen kann gleich im Mörser passieren:
[attachment=1966:fertig_z._Anr_hren.jpg]
Jetzt muss die Mischung möglichst schnell in die Form gebracht werden. Das Zeug beginnt ja schon zu vernetzen. Deshalb macht es keinen Sinn mit größeren Mengen zu arbeiten. Selbst wir beide ich als Mischer und Claus als Reifenproduzent konnten die angerührten Mengen gar nicht so schnell in die Formen bringen um die ganze Mischung komplett wegzuverarbeiten. Etwas Verlangsamung erzielt man durch kaltes Harz/Härter. Halt vorher 2h in den Kühlschrank. Weitere Möglichkeit ist, zuerst den Ruß mit dem Harz verrühren und dann erst den Vernetzer zugeben.
[attachment=1967:in_der_form.jpg]
Das war es, wobei ich zugeben muß, dass auch das einbrigen in die Form nicht immer so einfach ist. Man muss das Gebräu langsam in die Rundung einlaufen lassen sonst hatt man hinterher u.U. einen Platten.
Das Ergebnis: [attachment=1968:Reifen.jpg]
Wir sind die verschiedenen Reifen auch gefahren und waren beide davon überzeugt, dass diese nicht schlecht sind, ein postiver Nebeneffekt ist die Stabilität der Reifen. Uns sind keine gerissen oder abgegangen.
Nun noch ein paar Anmerkungen zu den einzelnen Mischungen:
Nr. 1 ist von uns als sehr gut für T-Jets bzw. Nonmagneter erachtet worden.
Nr. 2 ist so der goldene Mittelweg, eher für denjenigen, dem Nr. 3 zu hart ist
Nr. 3 ist ziemlich hart und zäh durch den hohen Rußanteil
Wer sich selbst daran wagen will es ist nicht schwer und von dem Ruß habe ich 1kg da, der dürfte auch posthum noch für die Bedürfnisse des Forums ausreichen. Aber man muss diesen exakt aufreiben sonst hat man hinterher Klumpen in den Reifen.
Das eingesetzte Harz ist eines das unsere Resinatoren schon lange hernehmen, ich würde es hier gerne kundtun, habe mir aber das o.k. des Lieferanten nicht geholt und deshalb laß ich das lieber. Wer es wissen will PN.
So dann mischt mal schön, keine Angst exlplodieren tut da nichts, Claus und ich haben dabei auch gequalmt und die Bude steht noch.
Viele Grüße
Fritz
@ Hans (Rennkugel) mir ist heute mein Mörser runtergefallen und dabei kaputt gegangen, heul der war 40 Jahre als. Kannst du mir sagen wo ich so einen kleinen Druchm. <10cm wieder bekommen kann. Hat sich erledigt, habe schon wieder einen.

