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Faller stört im Radio
#1
Hallo,
einige Flachanker von Faller und Aurora stören maßiv den Radioempfang (über Wurfantenne).
Ha, dachte ich, da hat Faller doch schlauerweise vorgesorgt und die Entstörschiene 4701 im Angebot. Heute kam die Schiene an. Flott eingebaut und - kein Unterschied. Die Fahrzeuge stören noch immer.
Hat die Entstörschiene den "Rundenzähler effekt", will heißen "sieht schön aus, taugt aber nix", oder sitzt daß Problem woanders?
Wenn die Entstörschiene nicht entstört: welche Möglichkeiten habe ich noch?

Beste Grüße
Achim
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#2
Moin Faller gebeutelter Achim,

warum solltest du die Erkenntnisse, für die wir Jahrzehnte gebraucht haben, in 10 Wochen gewinnen? Big Grin

Die von dir beschriebenen Störungen durch die Gleichstrommotoren müssen ganz nah an der Quelle unterdrückt werden, also im  Auto selber. Die Entstörschiene ist nur eine Zusatzmaßnahme.

Jedes Faller-Chassis hat so ein Entsörbauteil werksmäßig eingebaut. Leider gibt es "findige" Anwender, die den dafür vorgesehenen Kondensator gerne Mal entfernen. Dann bist du eben im Radio oder Fernsehen.

Am Besten stellst du ein Foto der betroffenen Chassis hier ein, dann kann man beurteilen, welcher Entstörkondensator gebraucht wird. Bei den Flachankern müsste das ein Kondensator in Form einer Pille sein.
ciao michaelo
... und wer zuletzt aufgibt gewinnt.
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#3
Hallo Michael,
ich bin zu alt, um Erkenntnisse in jahrzehnten zu erarbeiten. Da muß ich per Express durch. ?

Die "Pille" kenne ich. Ein rundes Plättchen, daß unter dem Chassis eingeklemmt wird. Jetzt weiß ich endlich, wofür daß ist.
Am schlimmsten sind die T-Jets. Ich mache Fotos von den Störern und stell die hier ein. Dazu muß ich aber erst Rechner, Monitor und alles weitere Zeugs zusammen stöpseln.

Schönen Abend
Achim
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#4
Moin Achim,

Foto ist nicht mehr nötig, es gibt für die Flachanker nur die eine Bauform (hier irrtümlich als Selenplättchen bezeichnet).

Ich hab gerade Mal nachgesehen, habe aber keine mehr Sad . Vielleicht lohnt sich eine Suchanfrage hier im Forum?
ciao michaelo
... und wer zuletzt aufgibt gewinnt.
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#5
Da kommen ja uralte Erinnerungen hoch. Keine Ahnung mehr, ob Störungen nicht irgendwie dazu gehörten? Bei dieser Gelegenheit bin ich auf die vollständig einsehbaren Ausgaben der Funkschau gestossen. Vielleicht interessiert Euch ja das geballte Wissen der 60er und früherer Jahrzehnte:

https://www.bastel-radio.de/funkschau-die-60er-jahre/

Die Funkentstörung von motorisiertem Spielzeug (wie Carrera-Bahnen, Modelleisenbahnen oder Blechspielzeug) war in den 1960er Jahren ein Dauerthema in der Fachzeitschrift funkschau. Der Grund: Die kleinen, ungeregelten Gleichstrommotoren in den Spielzeugen erzeugten durch das Bürstenfeuer am Kommutator massive elektromagnetische Störsignale. Diese störten den zeitgleichen Radio- (LKW, MW, UKW) und insbesondere den damals noch jungen Fernsehempfang (UHF/VHF) im ganzen Haus. [1, 2]

Warum Spielzeug in den 60ern entstört werden musste
  • Das Problem: Sobald die Motoren von Autorennbahnen oder Lokomotiven anliefen, fingen Fernseher an zu flimmern und Radios knackten oder rauschten unerträglich. [1]
  • Die gesetzliche Pflicht: In Deutschland überwachte die Deutsche Bundespost streng die Einhaltung der Funkentstörung. Nicht entstörtes Spielzeug durfte offiziell nicht betrieben werden. [1]

Typische Entstör-Methoden aus der funkschau
Die funkschau lieferte Bastlern und Technikern in den 60er Jahren präzise Anleitungen, wie man Spielzeuge nachträglich beruhigen konnte:
  1. Kondensatoren am Motor (Die Standardlösung):
    • Ein kleiner Keramik- oder Papierkondensator (oft im Bereich von 10 bis 47 Nanofarad) wurde direkt parallel an die beiden Anschlüsse des Spielzeugmotors gelötet.
    • Zusätzlich wurde oft je ein Kondensator von jedem Motoranschluss gegen das (Metall-)Gehäuse des Motors geschaltet.
  2. UKW-Drosseln:
    • Für hartnäckige Fälle (besonders im UKW- und Fernsehbereich) wurden kleine Spulen (Drosseln) direkt in die Zuleitungen des Motors eingebaut. Diese blockierten die hochfrequenten Störströme.
  3. Schleifer-Entstörung bei Rennbahnen:
    • Bei Autorennbahnen (wie Carrera) entstand der Funkenschlag nicht nur im Motor, sondern auch an den Stromabnehmer-Schleifen auf den Schienen. Hier empfahl die funkschau zusätzliche Entstörglieder direkt an der Anschluss-Schiene oder im Transformator. [1]

Historischer Kontext
In den Archiven der funkschau aus diesem Jahrzehnt finden sich regelmäßig Schaltbilder und Testberichte zu Spielzeug-Eisenbahntrafos und Fernsteuerungen, bei denen die integrierte Werks-Entstörung ein wichtiges Qualitätskriterium darstellte.
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#6
Hallo Achim,

Eine Alternative wäre die Verwendung eines modernen, digitalen Radios.

Viele Grüße
finbar
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