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Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - Druckversion

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Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - HansHH - 20-05-2015

Marusan, Faller, Marx (und andere)

Unsere Frage nach den Zusammenhängen zwischen Marusan und Faller und dem Entstehen der Blockmotoren (square types) in den frühen Sechziger Jahren hat bei Facebook zu einer Diskussion auf Englisch geführt. Das ist sehr erfreulich, weil sich damit das Spektrum derer, die zur Klärung beitragen könnten, erheblich vergrößert. Daher hier nachfolgend nochmal die chronologische Übersicht der bislang erkennbaren Fakten zu diesem Thema als leicht zu entdeckender eigener Thread. Zugegeben: ...hatten wir schon mal. Aber das hier ist in einigen Punkten erweitert und bestimmt auch noch nicht das Ende der Kletterstange.

Besonders interessant scheint mir im Moment die Patentanmeldung von Louis Marx & Co. (Datum 1961 11 06) für einen Blockmotor, der in den Patentunterlagen sehr vertraut aussieht. Irgendwer hat hier irgenwen kopiert. An der Stelle wäre es jetzt klasse, das genaue Entstehungsdatum des zweiten H0/00-Chassis von Marusan zu kennen. Das nämlich scheint bislang noch der heisseste Anwärter auf den verdienstvollen Doppel-Titel „Erstes Blomo-Chassis der Welt“ und „Vorbild des Faller-Plattenchassis“.

- HansHH
 


.jpg   Marx-Motor (1961).jpg (Größe: 61,4 KB / Downloads: 77)
Eine Illustration aus dem Patentantrag des Marx-Blockmotor von 1961.

1952 03 07
John Gowland: „Improvements in or relating to means for controlling Toy Road Vehicles“
UK-Patentanmeldung GB708187. Auf die Fahrbahn gesprayte oder elektrisch aufgetragene Leiter. Stromabnahme durch metallische Räder. Maßstab: ? Adresse: 1, Grove Lane, Santa Barbara, California, United States of America


1954 00 00
Derek Albert Brand et. al. beginnen für „Gowland & Gowland“ die Arbeit an 00-Slotcars
Adresse: No. 1, Box 32D, Rio Piedras, Puerto Rico, R.F.D. Während die Entwicklung läuft, verkaufen die Gowlands ihr erfolgreiches Unternehmen für die Entwicklung von Spielzeugen an den US-Anwalt Carl Waldeck Robinette.

Zu Details über Gowland und Brand siehe: „Derek Albert Brand. Eine biographische Skizze“
http://www.h0slot.de/showthread.php?tid=4914


1954 00 00
Erste Vollkunststoff-Modelle bei Faller
(BRD) „Kiosk“ 212 und „Windmühle“ 227. Nach anderen Quellen ist das erste Vollkunststoff-Modell von Faller eine Brücke im Sortiment von 1955. Material: Polystyrol?


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1957 01 00
Harrogate Toy Fair (UK):
Minimodels Ltd. / Bentram „Fred“ Francis: „Scalextric“
(1:27)


1957 09 00
„Tokyo Science Industrial Company, Ltd.“ (TKK) gründet „Mabuchi Shoji Co., Ltd.“
Erste Exporte


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1958 00 00
Mettoy Playcraft (UK):
„Playcraft Electric Highways Road System“

Im Eisenbahnmaßstab 00 (ca. 1:76). Produktionsbeginn mit den Maschinen von Crafco und den Entwicklungen von Derek Brand.


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1959 00 00
Mettoy / Playcraft (UK): „Model Motoring system“ - Markteinführung
Das erste kommerzielles Slotracing-System in (Fast-)H0 wird in England kein Erfolg. Denn dort dominiert Scalextric.


1959 00 00
Spielwarenmesse Brighton (UK)
Aurora (USA) möchte von Crafco Corporation / Carl Robinette die US-Lizenz für Derek Brand 00-Vibratorcars. – Zunächst abgelehnt, weil Aurora zu klein ist.


1959 00 00
Marusan: „Nautilus“
(Japan) Das USamerikanischen Nuklear-U-Boot ist der erste Kunststoffbausatz aus Japan und die Kopie eines „Revell“-Bausatzes.


1959 00 00
Marusan verleiht Gussformen für Plastikbausätze an andere Unternehmen
Gleichzeitig übernimmt man Formen von (unter anderen) Revell (und wird damit vorübergehend zu Revell/Japan), Aurora, Elvin, Lindberg und Monogram.


1959 11 16
Douglas Kelvin Gowland + Carl W. Robinette:
„Toy vehicle chassis and electric motor“
Anmeldung des US-Patents (3124902 A) für den kleine elektrische Slotcars mit Vibrationsantrieb als Ergänzung zu Modelleisenbahn-Anlagen. Die Betriebsspannung (18V) entspricht der damals für 00-Lokomotiven üblichen Stromversorgung. Bemerkenswerterweise unterschlägt das Patent Derek Brand als Erfinder. Kelvin Gowland und Carl W. Robinette haben in der Anmeldung die gleiche Adresse im kalifornischen Santa Barbara. Das BRD-Patent (DE 1228539 B) vom gleichen Datum trägt den Titel „Elektrischer Schwingankermotor zum Antrieb von Spielfahrzeugen“.


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1960 00 00
Tokyo Science Company, Ltd. Verkauft und exportiert als „Mabuchi Shoji Company, Ltd.“


1960 01 00
Hobby Industry Association of America (HIAA) Show in Chicago: Aurora präsentiert die „H0“-Bahn von Mettoy-Playcraft
Zur Messe sind alle Schaustücke noch von Playcraft ausgeliehen oder Einzelanfertigungen. – Nun kommen zehntausende Bestellungen für die Auslieferung im September.


1960 02 00
Aurora erwirbt von Playcraft die Lizenzen für die „H0“-Bahn mit Vibrationsantrieb


1960 09 00
Aurora: „Model Motoring“ – Markteinführung
Zielgruppe: Rennbegeisterte Erwachsene


1960 12 00
„Aurora Model Motoring“ ist im US-Weihnachtsgeschäft ein Erfolg, wie niemals zuvor oder danach ein anderes neues Produkt
Zwei Millionen Bahnpackungen und 12 Millonen Autos gehen in den USA über den Tresen.


1960 12 00 ??? - unklar
Charles C. Merzbach zeigt den Brüdern Faller „Aurora Model Motoring“
Entschluß zu einem neuen Umsatzträger. Zielgruppe: erwachsene H0-Eisenbahner.


1960 12 00
Aurora-Reparaturwerkstatt mit zwei Töchtern von Vorständen
Der Vibratormotor ist für den Rennbetrieb unzureichend und zu anfällig.


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1961 00 00
Marusan (J): Erstes „H0“-Chassis
Schleifer hinten. Zwei Leitkiele. Zweistufengetriebe! Motor: Mabuchi 15 (?). Die Sets mit ihren unattraktiven Autos ( der große Motor!) sind ein kurzzeitiges Angebot für den japanischen Markt und kein Erfolg.


1961 00 00 ? - spätestens 1962
Marusan (J): Zweites „H0“-Chassis
Weltweit erstes Blockmotor („square type“)-Chassis in „H0“? Dieses Plattenchassis mit Zweistufengetriebe wird kopiert von Faller (1963), Marx (1962?) und Lionel (1963?). Motor: KMK?


1961 00 00
Marusan (J) liefert an Atlas (USA) Bahnteile, Regler und Chassis für „H0“-Slotcars
Atlas liefert an Marusan Karosserien für den japanischen Markt und Neuseeland.


1961 00 00
Aurora Model Motoring + Ford Corporation: „Grand National“
Testläufe zur neunwöchige Hochsommer-Rennserie. Sie entsteht aus Rennen im Laden von Rich Palmer. Sponsor: Ford. Dort entschied Lee Iacocca: „I love it, it's a go!“


1961 12 00
Aurora Model Motoring: 1 Million US$ für Werbung in der Vorweihnachtszeit


1961 11 06
Louis Marx & Co. / Noel L. Case + Willis E. Rexford: „Subminiature Electric Motor“
US Patent 3095515 (erteilt 1963 06 26) für einen kleinen, hocheffizienten Blockmotor (square type) mit einem Gehäuse aus – vorzugsweise - Nylon. Zitat: „(...) the vehicle may be driven at high speed, appropriate for a racing car“. Mit diesem Patent entsteht die Frage „Wer war Erster: Marx oder der Motor-Lieferant (KMK / Mabuchi?) für das zweite Marusan-Chassis? Besteht vielleicht ein Zusammenhang? Hatte der Marusan-Lieferant den Motor bei Marx kopiert – oder war es vielleicht sogar umgekehrt?


1961 12 00
Aurora Model Motoring macht 1961 einen Umsatz von 8 Millionen US$


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1962 01 00 = Anfang des Jahres
Atlas präsentiert „H0 Motoring“
Chassis C121 + Schienen von Marusan.

 
1962 02 11 – 16
Nürnberger Spielwarenmesse:
Faller kündigt „Faller Auto Motor Sport“ (a.m.s.) an

„Ein modernes Autospiel für die ganze Familie“.


1962 00 00
Marx & Co. (USA) vertreibt „H0“-Slotcars
Blockmotor-Chassis ähnelt Marusan.


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1963 00 00
Lionel: „H0“-Slotcars - Markteinführung
(1:70) Schienen identisch mit Atlas und Faller.


1963 10 00
Faller: a.m.s. - Markteinführung
Chassis (Blockmotor auf Plattenchassis mit Zahnradgetriebe ) + Schienen identisch mit Lionel H0 + Atlas H0 (Hersteller bei Atlas ist Marusan). Motoren sehr ähnlich mit denen der frühen (!) Tyco S. - Das Cover der Brückengeländer-Packung 4784 zeigt einen Atlas ´62 T-Bird und einen Playcraft Chevrolet Biscayne Four Door Sedan.


1963 00 00
KMK: Blockmotor (square type)
Aus KMK wird später Mabuchi. Der KMK-Blockmotor ist ab jetzt sicher nachweisbar – produziert wird er womöglich bereits 1961/62 für das Marusan-Chassis Nr. 2.


1963 00 00
Tyco: „Speedways“ – Markteinführung
Die frühen Tyco-Blockmotoren sehen den frühen Faller Blockmotoren und dem KMK sehr ähnlich – bis hin zur Frabe der Anker-Lamellen! Auch Tyco hat nun einen Schneckenantrieb, allerdings aus Kunststoff.


1963 00 00
Aurora / Derek Brand: „Thunderjet 500“ - Markteinführung
Der Flachanker wird der wirtschaftlich erfolgreichste aller jemals gebauten Slotcar-Antriebe. Er dominiert in den nächsten Jahren die Heimbahnen.


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1965 00 00
Faller a.m.s.: „Jaguar E“ mit Flachanker
Wird im Weihnachtsgeschäft zum Renner – trotz des hohen Preises von 9,50. Mit der a.m.s. verdoppelte Faller den Umsatz in drei Jahren auf rund 30 Millionen Mark. Für 85 Prozent der westdeutschen Spielwarenhändler haben Modellautorennbahnen die größten Zukunftschancen. Vor allem mittlere und große Sets sind gefragt, Faller-Produkte vor Weihnachten "so gut wie ausverkauft".


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - HansHH - 23-05-2015

Mit dem Patent für den Blockmotor aus dem Jahr 1961 müssen wir den damaligen US-Spielzeuggiganten Marx bei unseren Gedankenspielen einbeziehen. Im Moment sieht es etwa so aus:

Marusan erleidet 1961 oder bald darauf im japanischen Markt Schiffbruch mit seinem ersten Anlauf in Sachen (H0/00-)Slotcar. Durch den großen Mabuchi 15M-Motor (der in verlängerter Form später auch 1:24-Autos antreibt), sind die beiden Pkw in der Bahnpackung nicht gerade attraktiv proportioniert. Mit ihren zwei Leitkielen, dem Frontantrieb und den im Heck angebrachten Stromabnehmern fahren sie wohl auch nicht besonders.

Es folgt Marusan-Chassis Nr. 2.
Die Frage ist: wann?

Wenn es stimmt, dass Marusan bereits 1961 eine Liefervereinbarung mit Atlas über „H0“-Chassis, sowie Schienen und Regelpulte abschließt, dann muss die Vereinbarung auf diesem zweiten Chassis basieren. Denn was Atlas dann im US-Markt anbietet, nutzt ja eben jenes Chassis Nr. 2.

http://www.slotforum.com/forums/index.php?showtopic=72582&view=findpost&p=818437

Wir können also davon ausgehen, dass Konzeption und Konstruktion des zweiten Marusan-Chassis beim Vertragsabschluß mit Atlas klar waren. Womöglich existierten bereits Handmuster oder fahrbereite Prototypen. Vielleicht war man auch schon mitten in der Produktion. Wie gesagt: das könnte alles noch 1961 gewesen sein. Bernard Sampson (siehe den Link oben) datiert das zweite Marusan-Chassis auf etwa 1962. Er meint vermutlich die Markteinführung.

Wichtig ist: dieses zweite Marusan-Chassis trug den Urvater aller Blockmotoren. Der musste also 1961 bereits seit einiger Zeit verfügbar gewesen sein. Nur: woher stammte er?

Auf einigen Fotos scheint in Marusan Nr. 2 tatsächlich ein Marx-Motor eingebaut. Aber wer weiß schon, wann das fotografierte Chassis vom Band lief? Sobald ein Chassis längere Zeit unverändert in der Produktion bleibt, wird die Datierung logischerweise ein Problem. Und – um die Sache nicht allzu einfach zu machen: Ich habe das Bild eines Marusan-Motors, der völlig (...!) identisch scheint mit Marx-Motoren – außer, dass er das „SAN“ von „Marusan“ auf dem Motorkopf trägt und dazu die Aufschrift „Japan“. - Himmel hilf!

Die Patentanmeldung für den Marx-Blockmotor dürfte im November 1961 etwa zeitgleich erfolgt sein mit dessen Markteinführung. Und wenn man im Netz ein wenig wühlt, entdeckt man, dass Marx auch für Modellboote kleine Motoren entwickelte.  

Damit ergibt sich folgende Überlegung: Wenn Marx tatsächlich den Motor für das zweite Marusan-Chassis lieferte, war dann jenes Chassis wirklich eine japanische Entwicklung? Oder hatte Marusan bei Marx abgeschaut? Es lohnt sich, mal per Bildersuche zu vergleichen: Marusan Nr. 2 (Aufschrift auf der Unterseite „NEW“) und das, was wir als frühes Marx-Chassis kennen, könnten eineiige Zwillige sein.

Andererseits: Marusan-Chassis Nr. 1 mit dem übergroßen Mabuchi hatte schon das Zweistufengetriebe (wenn auch noch etwas einfacher). War auch das bei Marx abgeschaut? Oder hatte – umgekehrt - der US-Hersteller nach Japan geschielt? In den Sechzigern hätte das jeder für undenkbar gehalten. Japanische Firmen galten damals als gnadenlose Kopisten. Der erste japanische Kunststoffbausatz – das US-Atom-U-Boot „Nautilus“ – kam von Marusan und war die exakte Kopie eines Revell-Bausatzes.

Als Datum für die Marx-Markteinführung nannte die Slotpedia das Jahr 1962 (http://www.slotpedia.de/index.php/Marx). Dazu passen im Netz Bilder einiger Marx-Monoposto-Prototypen vom Dezember 1961. Deren Innenleben wird leider nicht gezeigt. Es könnten die Vorläufer von Batterie-befeuerten Rennwagen gewesen sein für Marx-Kurse, wie „Speedmarx“, „Flyover Speedway Auto racing Set“ oder „Sebring Deluxe“. Sie alle zeigen auf ihren Kartons Monoposti.

Möglicherweise lag die Marx-Markteinführung aber noch vor 1962. Den bislang frühsten Hinweis kenne ich aus der Zeitschrift „American Modeler“. Sie zeigte im Januar 1962 eine Zeichnung, die Fahrbahnbreiten verschiedener Slotracing-Hersteller und Maßstäbe verglich. Die schmalste Schiene stammte von Marx. Wenn man die damals nötigen Vorläufe für Magazin-Veröffentlichungen bedenkt, dann müßte die Marx-Bahn bereits im Weihnachtsgeschäft 1961 auf dem Markt gewesen sein. Auch die Patentanmeldung des Blockmotors vom November deutet ja in diesen Zeitraum. Gab es also vor den Monoposti-Prototypen im Handel schon Marx-Bahnpackungen mit anderen Fahrzeugen? Falls ja, könnte es eng werden für meine Idee von Marusan als Vorbild des ersten Faller-Chassis.

Bislang hatten wir hier die Marx-Konstrukteure immer als mäßig begabte Kopisten abgetan. Besonders hübsch sind ihre H0-Autos in dieser Anlaufphase tatsächlich nicht. Auch deren Motor nannte der Slotpedia-Autor zum Thema "Marx" einstmals „uninspiriert“. Und Mario hatte ja auf einem seiner Marx –Motoren sogar das Zeichen „KMK“ (= Mabuchi) und das Wort „Japan“ gefunden (http://www.h0slot.de/index.php/topic/8105-drehzahl-faller-ams-blockmotor/#entry57866). Auch hier wieder die - kaum mehr beantwortbare - Frage: von wann stammte der Motor (und war er von Anfang an in diesem Chassis)?

Können wir, angesichts der Patentanmeldung vom November 1961 für den Blockmotor, immer noch davon ausgehen, dass Marx bei Marusan kopierte? Über die Anfänge der Mabuchi-Blockmotoren ist wenig zu finden. Als frühstes gesichertes Datum für einen R-1 habe ich bislang nur den Juni 1964. Aber ihn oder einen Vorläufer hat es wohl schon früher gegegeben. Eine Patentanmeldung für Blockmotoren von Mabuchi konnte ich für die frühen Sechziger Jahre bislang nicht entdecken.

Eines, allerdings, glaube ich nicht mehr: nämlich, dass Faller die A.M.S. mit Atlas-Lizenzen gebaut hat. Das kann man immer wieder lesen. Und tatsächlich bestanden ja Geschäftsbeziehungen zwischen beiden Unternehmen. Wir kennen Atlas-Packungen mit Faller-Häuschen für den US-Markt. Im Bereich Slotracing führte diese Zusammenarbeit 1966/67 bekanntlich zur Übernahme des von Atlas abgestoßenen 1:32-Slotracer-Sortiments (das größtenteils aus der Produktion von Marusan stammte). Wie aber Atlas Auslands-Lizenzen vergeben haben könnte für H0-Chassis, die von Marusan stammten?, das übersteigt meine Phantasie.

Zugegeben: man kann diese Überlegungen pseudoakademische Haarspaltereien nennen. Für mich entstehen sie daraus, dass Faller bei der Einführung von A.M.S. das Plattenchassis mit Blockmotor und Zweistufengetriebe 1:1 übernahm. Bleibt die Frage: woher...?

- HansHH


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - Foxkilo - 23-05-2015

Erstmal Danke Hans für deine Sysiphus Arbeit.

Aber lassen wir doch mal unsere Phantasie spielen:

Wir können glaube ich davon ausgehen , dass Faller sich hat insperieren lassen, um hier das böse Wort kopieren zu vermeiden. Wie du erwähntest bestanden engere Kontakte zu Atlas. Atlas hatte Faller Modelle im Programm und umgekehrt, für ca. 2 Jahre gab es ein amerikanisches Bahnhof Set von Atlas. Auch hat Faller sich nicht wirklich um Patente geschehrt, siehe Flachanker und Aurora. Dies lag sicher auch daran, dass die Patente nur in den USA angemeldet waren und damit nur bedingt international galten, wenn überhaupt. Auch waren die amerikanischen Firmen in Europa nicht zu aktiv. Was den Wechsel von Getriebe auf Schnecke angeht, vermute ich einfach das Faller von den Ereignissen überrollt wurde. Atlas wechselte ungefähr zum Zeitpunkt der Faller Markteinführung auf Schnecke, vermutlich auch durch das Vorbild Tyco, die ungefähr zum gleichen Zeitpunkt auf den Markt kamen.

EIn anderes Thema wäre die Frage, wer eigentlich welche Fertigungskapazitäten und Expertisen besaß. Ich halte es nicht für unmöglich, dass was elektrische Komponenten betrifft, diese häufig von außen zugekauft wurden. Sei es, dass man sie im Lohnauftrag fertigen ließ oder bereits am Markt existierende Komponenten zukaufte.

Ich könnte mir vorstellen, dass z.B. Marx den Motor hat entwickelt und patentieren lassen, ihn dann aber in Japan hat bauen lassen und vielleicht eine Lizenz an Mabuchi vergab. Der Anfang der 60er war die Zeit, wo Japan zu einer Werkbank des Westens wurde, wie später China.

Auch wußte zu diesem Zeitpunkt wirklich keiner wie sich der Markt entwickeln würde. Zwar hatte Aurora einen Riesenerfolg gelandet, aber war es mehr als nur der Novelty Effekt? Warum also neue Kapazitäten aufbauen, zumal dies in sehr kurzer Zeit zugeschehen hätte, wenn es schon einen japanischen Hersteller mit einem System gab. Also hilft man ihm vielleicht mit Expertise und läßt dafür bei ihm produzieren. Zwei Fliegen mit einer Klappe, ich spare mir die Kosten für den Aufbau neuer Produktionsstätten und halte einen potentiellen Konkurrenten vorerst vom Markt fern. Was man nicht vergessen darf, es war zu diesem Zeitpunkt ein Wettrennen um einen neuen Markt von dem keiner wußte wie er sich entwickeln würde. Man hatte alles außer Zeit.

Wie schon gesagt nur Spekulation, aber so oder ähnlich könnte es sich verhalten haben.

Mario


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - HansHH - 26-05-2015

Wieder mal, Mario, stimmen wir 100%ig überein
Würde mich jemand ernsthaft fragen, warum mich der Anfang des Blomos interessiert?, so würde ich antworten, dass mich jenes enorme Risiko verwundert, dass die Faller Bothers damals eingingen mit ihrem Engagement in Sachen A.M.S. . Zur Erinnerung: die haben für diese Produktlinie ein eigenes Werk aus dem Boden gestampft und vom ersten Tag an GROSS gedacht. Dass sich in den folgenden Jahren dann ihr Umsatz verdoppelte , war kein Naturgesetz. Sie hätten  auch prima auf die Nase fallen können. Was immer ihnen Merzbach erzählt hat, es muß sie tief beeindruckt haben.

Das ist klassisches mittelständisches Unternehmertum und - immer noch! - der Geist der Kuckucksuhren-Frickler hinter den sieben Bergen bei den Sieben Zwergen (wenn man hinter Dr. Brinkmanns "Schwarzwald-Klinik" im Glottertal richtig abbiegt). Wie andernorts schon mal erwähnt, finde ich auch die globale Perspektive der beiden Fallers zur damaligen Zeit sehr beeindruckend.

Und wenn wir schon spekulieren: Bislang denken wir über den Zukauf von Produkten nach. Da könnte man auch mal über die Fertigungstechnik nachdenken. Woher kam die beim Blomo?

- Grüsse: HansHH


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - Foxkilo - 26-05-2015

Zu diesen Themen tut sich ja im Moment einiges.
Vielleicht kann sich hier paulchen einbringen, der vielleicht Infos hat, wo bei Faller was gefertigt wurde und was von außen kam?
Im Forum alte Modellbahnen haben sich auch gerade zwei über ähnliches leicht angesäuert. Kweekalot (Marco) hatte die Faller Bio von Willems Seite gepostet und daraus entspannt sich zwischen zweien ein Kampf ums falsch verstehen. Dabei wurde die Seite vom. Björn Claassen zitiert, der einige nette Theorien hat, die in eine ähnliche Richtung gehen wie unsere hier. Weiss eigentlich jemand, ob der mal hier aktiv war?
Andere Frage, hat eigentlich jemand mal mit den Herren Müller/Hick Kontakt gepflegt. Die könnten vielleicht auch Infos haben, da sie zu einer Zeit geforscht haben, als einige Beteiligte noch existent oderzumindest noch jünger waren. Was Atlas angeht, will ich demnächst, nach meinem Urlaub, mal versuchen Mr.Cooney zu kontaktieren, da er ein ausgewiesener Fachmann für Atlas ist. Vielleicht hat der ja noch unbekannte Infos.


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - Loddar M - 27-05-2015

Hallöchen

Link

Vielleicht hilft der was.
Mein Englisch ist zu bescheiden um es zu verstehen.


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - Foxkilo - 27-05-2015

Moin Lothar,

netter Link. Obwohl so wie er dort steht funktioniert er nicht, zumindest nicht bei mir.
Es ist wirklich interessant bei wievielen Dingen Derek Brand seine Finger im Spiel hatte.
Mir war nicht bewußt, dass US! auch von ihm stammt oder er zumindest mitgewirkt hat.
Es bedeutet aber im Umkehrschluß, dass er schon nicht mehr bei Aurora war.


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - HansHH - 27-05-2015

Äh: Loddar,
der Link ist wirklich defunkt.

@ Mario,
Folgt man der Spur der Patente, dann steckten Derek & Derek bis zum Hals in " US!".

- Gruß: HansHH


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - paulchen - 27-05-2015

(27-05-2015, 14:31)HansHH schrieb: Äh: Loddar,
der Link ist wirklich defunkt.

@ Mario,
Folgt man der Spur der Patente, dann steckten Derek & Derek bis zum Hals in " US!".

- Gruß: HansHH

lieber Hans, du hast doch schon mal etwas schönes über diesen Herrn Geschrieben --->

http://www.h0slot.de/showthread.php?tid=4914

hier der richtige Link von Loddar --->

http://www.modelkitcollecting.com/post1572.html#p1572


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - HansHH - 27-05-2015

Danke für den Link, Paulchen.
Die Seite hatte ich für meine Derek-Brand-Geschichte durchgeschaut. Das ist eher interessant für Schiffsmodellbauer und Erforscher der Spritzguss-Frühgeschichte (die da bereits nicht mehr so früh war). Da hat Loddar für unser Thema nicht viel verpasst.

- Grüsse: HansHH


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - HansHH - 27-05-2015

Ha - blindes Huhn, etc., etc....
Hab' eine Innenaufnahme gefunden von den - oben/eingangs erwähnte - Marx-Prototypen aus dem Dezember 1961.
Überraschung: die sind 1:24!
Der Motor ist Mabuchi.
Und wenn man mal bei Ihh-Bäh die alten Marx-Kartonx durchwühlt, dann findet man (ausschließlich?) bei den größeren Maßstäben den Hinweis "Motors made in Japan".

http://i60.tinypic.com/ns20i.jpg

- Grüsse: HansHH


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - HansHH - 30-05-2015

Ich bin im Netz mal dem Verhältnis Marx und Marusan nachgestiegen. Angaben zum Produktionsbeginn des Marx-H0-Systems habe ich dabei leider nicht gefunden. Für das Gesamtbild interessant ist aber vielleicht ein kurzer Austausch im Slotforum zwischen Bernard Sampson und Philippe de Lespinay.

Zum besseren Einordnung muß man wissen, dass beide unterschiedliche Perspektiven haben auf das Thema Slotracing. Das historische Interesse bei Philippe de Lespinay liegt im – auch sportlich ambitionierten - Hobby-Bereich und somit bei den größeren Maßstäben. Das entspricht der Einstellung vieler anglo-amerikanischer Fans, für die Slot racing erst bei 1:32 beginnt. Den texanischen Sammler Bernard Sampson, hingegen, interessieren auch uninspiriert produzierte Massenspielwaren und die kleinen Maßstäbe – vorzugsweise dann, wenn sie die ersten ihrer Art sind und/oder sehr selten.  

In jenem Thread vom Anfang Juni 2014, der (unter anderen) den – weiter oben erwähnten - roten Marx-Monoposto zeigte, gab Philippe de Lespinay eine kurze Zusammenfassung der Marx-Geschichte. In den Fünfzigern, schrieb er, habe das US-Unternehmen viele seiner Spielsachen aus Japan bezogen. Produkte von Marusan, Yonezawa und Alps wurden unter dem Etikett „Marx“ oder „Lienmar“ verkauft.

Den Einstieg in das Slot racing habe Marx 1962 durch die Sears-Warenhäuser vollzogen. Die dort angebotenen Bahnpackungen seien simpel („basic“) gewesen, von geringer Qualität und in ziemlich miesen Wellpappe-Kartons. Dieses Angebot lief unter dem Sears-Markennamen „Allstate“. Die Autos – meist etwas größer als 1:32 - beschrieb de Lespinay als „nicht sehr attraktiv und kaum dazu angetan, das intellektuelle und imaginative Potential heranwachsender Kinder zu befördern oder gar dem Hobby ein etwas differenzierteres Klientel zuzuführen“.    

Die Motoren habe Marx von Mabuchi bezogen, wo man offenbar für Marx eine Sonderversion des FT16 produzierte.

http://www.slotforum.com/forums/index.php?showtopic=75807&view=findpost&p=854852


Bernard Sampson antwortete: „Jener Prototyp, den ich zeige, ist meiner Ansicht nach der erste produzierte Marx-Slotcar. Er ist so ungefähr im Maßstab 1:32“. (Eig. Anm.: da lag ich mit der Vermutung "1:24" also ziemlich daneben.)

http://www.slotforum.com/forums/index.php?showtopic=75807&view=findpost&p=854959


Philippe de Lespinay reagierte darauf mit dem Hinweis, dass dieser Slot car-Prototyp den Prototypen eines realen Formel 1 Mittelmotor-Ferrari aus dem Jahr 1960 darstellt, der dann zum berühmten „Sharknose“ des Jahres 1961 mutierte (das Weltmeisterschaftsauto von Phil Hill). Der Slot car-Prototyp könne also nicht vor 1961 entstanden sein (Eig. Anm.: er trägt auf der Unterseite ein handschriftliches Datum des Entwicklers vom Dezember 1961): „Aber bevor Marx ihre eigenen herstellte, importierten sie Batterie-gespeiste Bahnpackungen aus Hongkong. Das waren die primitivsten Dinger, erkennbar inspiriert von frühen britischen Bahnpackungen.“

http://www.slotforum.com/forums/index.php?showtopic=75807&view=findpost&p=855138’

Zugegeben: wenig Konkretes zu H0 - aber irgendwie habe ich das Gefühl, diese Infos und Einschätzungen könnten noch mal wichtig werden.

- HansHH


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - Meshuggah-33 - 31-05-2015

(26-05-2015, 15:34)Foxkilo schrieb: Zu diesen Themen tut sich ja im Moment einiges.
Vielleicht kann sich hier paulchen einbringen, der vielleicht Infos hat, wo bei Faller was gefertigt wurde und was von außen kam?
Im Forum alte Modellbahnen haben sich auch gerade zwei über ähnliches leicht angesäuert. Kweekalot (Marco) hatte die Faller Bio von Willems Seite gepostet und daraus entspannt sich zwischen zweien ein Kampf ums falsch verstehen. Dabei wurde die Seite vom. Björn Claassen zitiert, der  einige nette Theorien hat, die in eine ähnliche Richtung gehen wie unsere hier. Weiss eigentlich jemand, ob der mal hier aktiv war?
Andere Frage, hat eigentlich jemand mal mit den Herren Müller/Hick Kontakt gepflegt. Die könnten vielleicht auch Infos haben, da sie zu einer Zeit geforscht haben, als einige Beteiligte noch existent oderzumindest noch jünger waren. Was Atlas angeht, will ich demnächst, nach meinem Urlaub, mal versuchen Mr.Cooney zu kontaktieren, da er ein ausgewiesener Fachmann für Atlas ist. Vielleicht hat der ja noch unbekannte Infos.

Ralf Hick hat mir mal geschrieben dass Faller zu der Zeit als Müller/Hick "Das Große AMS-Buch" schrieben, nichts mehr vom AMS-System wissen wollten.
Faller gab jediglich deren Namen zur Verwendung im Buch frei.

Wahnsinn was ihr so alles an Infos aus dem Pool des Internets zu diesem Thema rausbekommt!
Sehr interessant das ganze, bin sehr gespannt ob hier nochmal Licht ins dunkle kommt wie die Hersteller damals genau zueinander standen Smile


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - Foxkilo - 22-06-2015

Gerade was interessantes gelesen. In hobby talk war ein Fred mit Bildern eines 65 Lionel Kataloges und darin ist eine Bahn mit augenscheinlich Wechselstrom System, lt Lionel können 2 Fahrzeuge unabhängig auf eine Spur fahren und einem interessanten Spurwechsel. Es ist das Pretzel Bender Set.
http://www.hobbytalk.com/bbs1/showthread.php?t=456881


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - Foxkilo - 23-06-2015

Ich hab mir das Set noch mal genauer angeschaut, so weit es ging. Es scheint Lionel hat hier eine passabele Lösung für ein Überholen gefunden ohne den technischen Aufwand von Faller, Drosselspule etc.. Ich kann nur noch nicht feststellen, wie genau die Steuerung des Spurwechsels erfolgte. Hatte jeder ein Schaltpult oder gab es eins für beide. Zumindest muss es zwei Schalter gegeben haben, einer für jede Spur. Die Autos sind mit Sicherheit normale Halbwellentechnik.

Mario


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - Foxkilo - 23-06-2015

Also ich habe mal in ebay USA gestöbert und dabei auch die betreffende Schiene entdeckt.
Ich habe ziemlich falsch gelegen, was die Steuerung der selben angeht. Zum einen gibt es nur einen Schalter und dieser schaltet beide Wechsel gleichzeitig. Zum andern ist die Schaltung rein mechanisch über Seilzug.

http://www.ebay.com/itm/Lionel-Car-Lane-Control-Switch-Track-for-Atlas-Slot-Car-T-Jet-Race-Sets-/201372961347?pt=LH_DefaultDomain_0&hash=item2ee2c38a43

Das hätte eine Option für Faller sein können.


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - Foxkilo - 11-01-2016

Hier noch mal ein Nachschlag, es gab wohl noch mehr Firmen die auf der Marusan/Atlas Schiene geritten sind.

http://www.hobbytalk.com/bbs1/showthread.php?t=504633


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - paulchen - 11-01-2016

(11-01-2016, 18:01)Foxkilo schrieb: Hier noch mal ein Nachschlag, es gab wohl noch mehr Firmen die auf der Marusan/Atlas Schiene geritten sind.

http://www.hobbytalk.com/bbs1/showthread.php?t=504633

Die Geschichte des Unternehmens begann im Jahr 1947, als Albert M. Mercer, K. Linwood Stauffer und Robert Faust gegründet. Die drei Gründer, Bastler selbst, erkannte, dass die meisten der damals produzierten Modellbahnanlagen fehlte den Realismus, die echte Bastler gefordert. Japan und Deutschland produziert wenig aufgrund der vor kurzem beendete Weltkrieg, während die Haupt USA Zugmodell Marken in dieser Zeit, Lionel Corp und American Flyer, nicht setzen, so viel authentisches Detail auf ihre Züge als O und S Messgeräte würden erlaubt haben.

Früher Beitrag Penn Linie zur Modellbahn war die Verwendung von Blei Druckers, um die Lokomotiven zu werfen. Dies erlaubt sehr feine Details in den Gussteilen, viel näher, als man von Stanzteilen erreicht werden. Und während der größere O Messer und S Lehre hatte das Potenzial für weitere Einzelheiten, wählte Penn Linie die Gründer, die kleinere Spurweite HO verwenden. Ihr Denken war, dass das Potenzial für den Realismus aus aufwendiger Layouts vorgenommen HO der beste Kompromiss. Das war zu einer Zeit, Spurweite HO war weit von der Norm es heute ist. Penn Linie produziert etwa ein halbes Dutzend verschiedene Lokomotiven basierend auf Prototypen von der Pennsylvania Railroad, daher die Wahl der Firma Penn Linie.

In den frühen 1960er Jahren Penn Linie in die dann entstehenden Slotcar Markt. Sie versuchten, die gleiche Realismus, dass sie in der Modellbahn benutzt hatte, um Autorennen Slot zu bringen. Das erzeugte eine schön detailliert, aber schlecht betriebene Indianapolis-Stil Satz von AJ Foyt gebilligt. Probleme mit diesem Produkt verursacht Penn Linie zu schließen und schnell Bankrott erklären im Herbst 1963.

Die meisten der ehemaligen Penn Linie Pennsylvania-Eisenbahn-Druckguss Dampflok-Kits wurden später von Bowser Fertigung produziert und sind noch erhältlich im Jahr 2007.

( von Wikipedia übersetzt )


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - Foxkilo - 25-01-2016

Ich habe den Fred noch mal komplett mit dem damit verbundenen zeitlichen Abstand gelesen und dabei sind mir noch einige Punkte oder besser Argumente zu einigen Punkten eingefallen.
-zum Pantent von Marx-
Meine Vermutung hier ist, dass Marusan/Mabuchi seiner zeit keine Patente in den USA angemeldet hatte und Atlas, als Importeur/Zukäufer, wohl keine Notwendigkeit sah oder es schlicht nicht wollte oder konnte. Gründe bei Ersteren sind hier wohl die Kosten ausschlaggebend gewesen, japanische Unternehmen waren damals noch nicht die Riesen zu denen sie später wurden. Man hätte schon ordentlich Yen für die dazu notwendigen Dollar in die Hand nehmen müssen. Wir reden hier immer noch über ein Novelty Produkt, bei dem es schon einen fast übermächtigen Marktführer gab, Aurora seit 60. Marx nutzte vermutlich nur die Gunst der Stunde, nicht selbst entwicklen und doch zu einem Patent kommen. Ich vermute mal Nov. 61 war das Datum der der Anmeldung und nicht der Erteilung des Patents. Damit wäre es eigentlich schon zu spät für das Weihnachtsgeschäft 61. Es sei den Marx wollte der Konkurrenz ein Ei legen und hat sich als Patentinhaber von den anderen bezahlen lassen, dafür, dass er die Füße stillhält.

Zur Frage warum Faller seinerzeit das Wagnis einging, denke ich, dass es eigentlich kein so großes Wagnis war. Man bewegte sich in einem boomenden Markt, das Auto war das Verkehrsmittel der Stunde,in den USA hatte Aurora im Weihnachtsgeschäft 60 gezeigt welches Potential existierte, noch hatte soetwas bisher in Deutschland keiner ernsthaft angeboten und es passte perfekt zur Produktpalette. Im übrigen hatte man hier ein Antriebssystem, dass dem von Aurora überlegen war. Ein Import aus USA verbot sich aufgrund des Wechselkurses und der Löhne und die Japaner waren vermutlich mit der Produktion für die Yankees vollausgelastet, die ja auch mehr zahlen konnten. Also blieb wohl nur das Selbermachen. Auch sollte man nicht ausser Acht lassen, dass Faller hier wohl nur in Spritzgussmaschinen, die auch für das übrige Programm genutzt werden konnten, investieren und seine Entwicklungsabteilung erweitern musste, da ansonsten vieles entweder an Spezialbetriebe oder an Heimarbeiter out gesourced wurde.

Ach bevor ich es vergesse, wenn ich mir das erste Marusan Set anschaue, die Schienen haben schon die Verbinder und die Leitplanken sehen aus wie alle die folgten.

Mario


RE: Marusan, Faller, Marx (und andere) - Update 01 - HolliN - 04-05-2016

(20-05-2015, 17:58)HansHH schrieb: Marusan, Faller, Marx (und andere)
Super Aufstellung,
herzlichen Dank. Trifft ja genau meine Jugend Smile  , nein Kindheit. - und Interessen natürlich - Idea
Holger